
Die Einspeisevergütung wird halbjährlich immer weiter abgesenkt. Auch andere Förderungen für Solarenergie sind ausgelaufen oder erschöpft.
In den Fördertöpfen der Gemeinden, Kreise und Länder ist längst nicht mehr so viel Geld wie noch vor rund 10 Jahren. Da ist es nur logisch, dass sich viele Verbraucher die Frage stellen, ob die Anschaffung einer Solaranlage auf dem heimischen Dach heute noch rentabel ist.
Die Antwort ist einfach: Sofern Sie es richtig anstellen, lohnt sich die eigene Solaranlage auf jeden Fall. Nur Modelle, die ausschließlich oder überwiegend für die Einspeisung von Strom ins öffentliche Stromnetz angeschafft werden, bringen heute kaum noch Gewinn.
Aktueller Stand der Einspeisevergütung
Das liegt vor allem an dem Missverhältnis zwischen den Strompreisen für Verbraucher und der Einspeisevergütung. Denn während die Strompreise im Jahr 2025 bei durchschnittlich rund 39,6 Cent/kWh liegen, ist die Einspeisevergütung inzwischen auf 7,86 Cent/kWh gesunken. Dieser Satz gilt für alle Photovoltaikanlagen bis 10 Kilowatt Leistung, die zwischen August 2025 und Januar 2026 in Betrieb genommen wurden oder werden.
Dieser Vergütungssatz bleibt dann für 20 Jahre festgeschrieben. Für alle, die ihre Anlage erst nach dem 1. Februar 2026 ans Netz bringen, sinkt die Einspeisevergütung dann wieder um 1 Prozentpunkt ab.
Politische Pläne & gesetzliche Änderungen
Bereits im Jahr 2025 gab es eine ganze Reihe wichtiger Änderungen bei den gesetzlichen Grundlagen für die Nutzung von Photovoltaikanlagen. So gibt es beispielsweise für Phasen, in denen ein negativer Strompreis herrscht, keine Einspeisevergütung mehr. Denn die Kosten für die Beschaffung von Energie sind für die Energieversorger nicht so stabil und gleichbleibend wie für die Verbraucher.
Energie wird an Strombörsen gehandelt. Dabei kommt es gerade in Zeiten von Produktionsspitzen zu negativen Strompreisen an der Börse. Diese Preise gelten dann jeweils für eine Viertelstunde und werden dann wieder an die aktuellen Gegebenheiten angepasst. In Viertelstunden mit negativen Strompreisen wird für Einspeisungen keine Vergütung gewährt.
Im Gegenzug dazu werden diese Zeiträume dokumentiert und stellen eine Unterbrechung des zwanzigjährigen Förderzeitraums dar. Im Endeffekt verlängert sich die zwanzigjährige Bindung der Einspeisevergütung jeweils um Zeiträume, in denen keine Vergütung gezahlt wurde. Im Lauf der Jahre können dabei ein paar Tage oder Wochen zusammenkommen.
Kann es passieren, dass die Befreiung von der Mehrwertsteuer wieder kassiert wird?
Es kursiert immer wieder das Gerücht, dass die Befreiung von der Mehrwertsteuer für die Anschaffung einer neuen Photovoltaikanlage wieder aufgehoben werden könnte. Davon ist momentan (Herbst 2025) allerdings nicht auszugehen.
Denn steuerrechtlich betrachtet war die Mehrwertsteuer auf die Photovoltaikanlage für die Bauherren nur eine Vorsteuer. Diese konnten sich Anlagenbetreiber über die Steuererklärung zurückholen.
Die Abschaffung der Mehrwertsteuer – die vorerst bis 2026 gesetzlich verbindlich festgelegt ist – sollte hier den bürokratischen Aufwand für die Anlagenbetreiber einerseits und für die Finanzämter andererseits reduzieren. Es handelt sich beim Wegfall der Mehrwertsteuer also nicht um eine Förderung, sondern um eine Verwaltungsvereinfachung. Aus diesem Grund gehen die meisten Experten von einem Fortbestand der Regelung aus.
Wirtschaftlichkeit unter veränderten Bedingungen
Generell lässt sich festhalten, dass die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage schon lange nicht mehr allein durch die Einspeisevergütung gesichert werden kann. Der Eigenverbrauch wird mit den gestiegenen Strompreisen ein zunehmend wichtiger Faktor. Denn jede eingesparte Kilowattstunde (kWh) Strom, die Sie über Ihre eigene Solaranlage beziehen können, reduziert Ihre Stromrechnung spürbar.
Die beste Art, Ihre Stromrechnung zu reduzieren, ist – neben allgemeinen Anstrengungen, Strom einzusparen – also eine eigene Photovoltaikanlage auf dem Dach oder an der Fassade Ihres Hauses.
Außerdem leistet jede mit einem Solarpanel erzeugte kWh einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele der Bundesrepublik Deutschland. Noch wirtschaftlicher wird ein solches Solarpanel im Zusammenspiel mit einem Stromspeicher.
Denn falls Sie den in Spitzenzeiten zu viel erzeugten Strom zwischenspeichern und damit bei Nacht beispielsweise Ihr E-Auto aufladen können, sparen Sie nicht nur die Kosten für den Strom, sondern parallel dazu auch noch die Spritkosten, die Sie mit einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor hätten.
Gut zu wissen – eine Photovoltaikanlage erhöht den Wert Ihrer Immobilie
Eine Solaranlage auf dem Dach reduziert die laufenden monatlichen Energiekosten und macht Ihre Immobilie dauerhaft sparsamer. Das erhöht den Wert Ihrer Immobilie, wenn Sie einmal über einen Verkauf nachdenken sollten.
Alternativen & Ergänzungen zur klassischen Einspeisevergütung
Direktvermarktung & Marktprämie
Die Direktvermarktung bietet Chance und Risiko gleichermaßen. Denn hier verkaufen Sie den erzeugten Strom nicht einfach an Ihren Netzbetreiber, sondern an einen spezialisierten Direktvermarkter. Dieser handelt mit dem von Ihnen erzeugten Strom an der Strombörse. Sie erhalten den Marktwert des Stroms, der von Ihnen eingespeist wird.
Damit die Direktvermarktung keine finanziellen Nachteile bringen kann, ist gesetzlich geregelt, dass Sie neben den Erlösen vom Verkauf der Energie an der Strombörse zusätzlich eine Marktprämie erhalten. Diese wird jeweils so berechnet, dass Marktpreis und Marktprämie zusammen mindestens die aktuell geltende Einspeisevergütung betragen.
Damit Sie Ihren Strom über die Direktvermarktung an den Mann bringen können, müssen allerdings einige technische Gegebenheiten geschaffen werden. So muss die Photovoltaikanlage für den Direktvermarkter fernsteuerbar sein. Das bedeutet im Klartext, dass Sie keinen Einfluss mehr darauf haben, wann der von Ihnen erzeugte Strom verkauft wird und wann Sie ihn selbst nutzen.
Denn der Direktvermarkter hat das Recht und die technischen Möglichkeiten, immer zu Zeiten besonders hoher Nachfrage aus der Ferne von der Eigennutzung auf die Einspeisung umzustellen.
Förderprogramme, Zuschüsse & Kredite
Eine bundesweite Förderung von Solaranlagen gibt es nur über die Förderkredite der KfW-Bank – parallel dazu immer wieder einmal Förderprogramme der Bundesländer, Landkreise und Gemeinden. Ob in Ihrer Region gerade ein solches Förderprogramm aufgelegt wurde, erfahren Sie am einfachsten bei Ihrem zuständigen Bauamt.
Kombination mit Batteriespeichern / intelligentem Lastmanagement
Ein Batteriespeicher bringt den Vorteil, dass Sie am Tag Strom produzieren und diesen nachts verbrauchen können. Gerade in den Sommermonaten wird oft nicht der ganze Strom, der in den sonnenreichsten Stunden des Tages produziert wird, verbraucht. Vor allem, falls Sie auf der Arbeit und die Kinder in der Schule sind.
Um trotzdem optimal von Ihrem Solarstrom profitieren zu können, gibt es die Möglichkeit, den Strom zu speichern und ihn später zu verwenden. Beispielsweise, sobald Ihre Solaranlage in der Nacht keine neue Energie mehr produziert.
Zusätzlich gibt es inzwischen Module mit einer intelligenten Steuerung – einen sogenannten Smart Meter. Diese sind für neue Anlagen in Zukunft sogar verpflichtend, weil sie wiederum sicherstellen, dass der Strom optimal im eigenen Haushalt genutzt werden kann.
Nutzung von Solarstrom für Wärmepumpen, E-Mobilität etc.
Moderne Lösungen bei Heizung und Mobilität setzen oft vor allen Dingen auf Strom. Die Wärmepumpe, die nur etwas Strom verbraucht, um Ihr Haus zu heizen (oder im Sommer zu kühlen) ist da ein ebenso gutes Beispiel wie das E-Auto.
Falls Sie ein E-Auto fahren oder mit einer Wärmepumpe heizen, können Sie durch die Nutzung von Solarenergie nicht nur Ihre laufenden Kosten für Mobilität und Heizung reduzieren. Sie sorgen überdies dafür, dass sowohl Ihre Heizung als auch Ihr Auto wirklich „grün“ funktionieren – also mit komplett umweltfreundlicher Energie versorgt werden.
Fazit
Eine Photovoltaikanlage lohnt sich nach wie vor für ziemlich jeden privaten Anlagenbetreiber. Je größer allerdings der Anteil der erzeugten Energie ist, die Sie selbst verbrauchen, desto größer ist auch Ihr finanzieller Nutzen durch die Anlage.
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