Ratgeber Biogas und Ökostrom

Ratgeber Biogas und Ökostrom

Grüne Energie ist ausreichend vorhanden und muss nur genutzt werden. Biogas, Ökostrom, Pellets und, und, und … Doch welchen Sinn und Nutzen hat „grüne Energie“ überhaupt? Wir unternehmen große Anstrengungen, unsere Häuser und Gärten in einem Zustand zu erhalten, dass sie die Nachwelt auch noch nutzen kann. Daher ist es ratsam, auch auf eine intakte Umwelt außerhalb des Hauses zu achten. Um einen Beitrag zur Begrenzung der Auswirkungen des Klimawandels zu leisten, gibt es vielfältige Möglichkeiten grüne Energie, wie zum Beispiel das Biogas, die keine oder nur geringe CO2-Emissionen verursacht, im eigenen Umfeld einzusetzen. Lesen Sie mehr auf Mein Haus spart.

Biogas und grüne Energie nutzen

Sonne, Wind, Wasser und Erdwärme stellen Energien zur Verfügung, die mit wenig zusätzlichem Energieaufwand gefördert und genutzt werden können. Die Nutzung der Energie aus Biomasse, wie Holz oder Biogas aus Pflanzen oder Reststoffen, setzt nur die Menge Kohlendioxid (CO2) frei, die sie bei ihrem Wachstum auch aufgenommen hat. Und der Kreislauf schließt sich auch wieder – wenn Biomasse nachwächst, nehmen die Pflanzen das CO2 wieder auf. Ein weiteres Kennzeichen von grüner Energie und Biogas ist, dass sie an jedem Ort in einer oder mehreren Formen direkt nutzbar ist.

Grüne Energie steht aus unterschiedlichen Quellen zur Verfügung

Einer der größten Vorteile von Bioenergie ist, dass sie nicht nur aus einer Quelle stammt. Es gibt viele regenerative Quellen auf unserem Planeten, die für verschiedene Energievarianten (Biogas, Sonnenwärme, Erdwärme, Wasserkraft, Windkraft etc.) genutzt werden können. Mit dieser grünen Versorgung können sowohl Wärme- als auch Strombedarf gedeckt werden.

Biogas und Co für Heizwärme

Für die Deckung des Heizwärme- und Warmwasserbedarfs, zum Beispiel aus Biogas, stehen meist alle der folgenden Wärmequellen zur Auswahl: Sonnenwärme über Solarkollektoren, Erdwärme mittels Erdsonden oder -Kollektoren, feste Biomasse in Form von Scheitholz, Hackschnitzel oder Pellets sowie Biogas direkt über den Heizkessel oder indirekt über ein Wärmenetz.

Alle diese Wärmequellen können auch kombiniert werden und sich gegenseitig ergänzen. Beispielsweise können Solarkollektoren und eine Biomasseheizung zur Zwischenspeicherung der Wärme einen gemeinsamen Pufferspeicher nutzen. So geht Energie nicht sinnlos verloren, egal ob Biogas oder Ökostrom.

Sonne, Wind und Wasser: Grüner Strom

Zumindest zu einem Teil kann auch der Bedarf an Strom aus einer eigenen regenerativen Energiequelle gedeckt werden über die Sonne mittels Photovoltaikmodule, den Wind über eine Windkraftanlage und / oder das Wasser mithilfe eines Laufwasserrades oder einer Wasserturbine. Das hängt natürlich auch von den Gegebenheiten vor Ort ab. Eine gute Alternative zu einer eigenen Erzeugungsanlage kann die Beteiligung an einer Bürgersolar- oder Bürgerwindkraftanlage sein.

Biogas: Energieträger für Wärme und Strom

Neben der Sonne stellt Biogas eine Besonderheit dar, da auch Biogas sowohl Wärme als auch Strom liefern kann. In einem Blockheizkraftwerk (BHKW) erzeugt ein Verbrennungsmotor Strom und die entstehende Abwärme kann über ein Wärmenetz an Haushalte weitergeleitet werden. Für den Einsatz in Einfamilienhäusern gibt es so genannte Mini- oder Mikro-BHKW’s, deren Leistung auf den Bedarf in diesem Bereich abgestimmt ist. Durch die gleichzeitige Abnahme von Wärme und Strom wird die im Biogas enthaltene Energie bis zu 90 % genutzt.

Wie entsteht Biogas und wie kann es genutzt werden?

Biogas entsteht durch die Zersetzung von Biomasse mit Hilfe von Mikroorganismen. Das geschieht in den Fermentern von Biogas-Anlagen, die jeweils für eine oder mehrere Sorten von Biomasse ausgelegt sind, wie z. B. für: Gülle und Mist aus der Landwirtschaft, Pflanzenreststoffe und Grünschnitt, Bioabfälle und Lebensmittelreste und Energiepflanzen, die eigens für diesen Zweck angebaut werden. Das entstandene Biogas kann direkt in einem Motor – z. B. in dem eines BHKW – genutzt werden.

Weiterverarbeitung von Biogas

Einen Teil der erzeugten Wärme und des Stroms kann die Biogas-Anlage direkt in Eigenversorgung selbst nutzen. Gibt es in der Nähe der Biogas-Anlage Wärmeabnehmer so produziert das interne BHKW bei Bedarf Wärme, die über ein Wärmenetz verteilt wird, und Strom zur Einspeisung in das öffentliche Netz. Eine Alternative kann der Transport des Gases über eine Leitung zu einem entfernt stehenden BHKW sein. Das können selbstverständlich auch private Blockheizkraftwerke sein.

Neue Biogas Technologien

Für die Zukunft ist eine zweite Biogasquelle zu erwarten, die das Gas ebenfalls über das Erdgasnetz transportiert. Überschüssiger Strom aus Wind- oder Photovoltaikanlagen soll durch Elektrolyse Wasserstoff gewinnen, der, angereichert mit CO2 zu Methan, in das Gasnetz gespeist wird. Bevor diese Technik jedoch auch den Weg ins eigene Heim findet, wird noch ein wenig Zeit ins Land gehen.

Biogas Aufbereitung

Wenn kein ausreichender Wärmebedarf um den Produktionsort besteht kann es sinnvoll sein das Biogas – am besten „gebündelt“ mit dem anderer Anlagen – einer Aufbereitungsanlage zuzuführen. Hier wird es gereinigt und auf Erdgasqualität gebracht, bevor es in das bestehende Gasnetz eingespeist wird.

Biogas und seine Vorteile

Die Vorteile von Biogas sind, dass die enthaltene Energie sowohl in Wärme als auch in Strom umgewandelt werden kann. Das heißt also, dass aus einer einzigen Quelle, sowohl Wärme- als auch Strombedarf gedeckt werden können. Das Biogas ist aufbereitet über ein – bestehendes und flächendeckendes – Verteilernetz transportierbar und am Verbrauchsort wieder als grüne Energie einsetzbar. Biogas kann, entweder in der Erzeugungsanlage oder im Erdgasnetz, auch gespeichert werden.

Biogas Vorteile auf einen Blick:

  • Strom & Wärme aus einer Quelle

  • Transportierbare grüne Energie

  • Speicherbar

Interesse an Biogas geweckt?

Grüne Energie ist die Zukunft, und das nicht erst seit den Atomvorfällen in Fukushima. Sonne, Wind und Biogas bilden die Grundlage für eine ökologischere Zukunft und das nicht nur irgendwo weit entfernt, sondern direkt bei uns zu Hause. Schon heute haben viele Haushalte ein Blockheizkraftwerk installiert und versorgen sich selbst und das gesamte Verteilernetz mit Strom und Wärme aus regenerierbaren Quellen. Wer mehr über die Möglichkeiten der Selbstversorgung mit grüner Energie und ihre Kombinierbarkeit erfahren will, dem empfehlen wir die Unterstützung durch einen unabhängigen Berater.

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Bild von Colin Behrens auf Pixabay

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