Motorrad winterfest machen – Tipps & Tricks

Bevor der Frühling wieder zum Trip einlädt, sollte das Motorrad winterfest gemacht werden. Foto kane251 via Twenty20

Es ist die Zeit, in der vor allem bei passionierten Motorradfahrern das Glitzern aus den Augen gar nicht mehr wegzubekommen ist – wenn der Winter sich langsam dem Ende nähert und der Frühling seine Schatten vorauswirft.

Die ersten schönen und warmen Tage eignen sich oftmals ganz wunderbar, um die Maschine wieder aus dem Winterschlaf zu wecken und die ersten Runden zu drehen. Das Gefühl von Freiheit, etwas Adrenalin und der Gedanke, dass man einfach fahren kann, wohin die Räder einen tragen.

Doch schneller, als man es sich versieht, ist die Motorradsaison wieder vorbei und die Maschine will pfleglich verstaut werden, damit sie auch im kommenden Jahr wieder für manchen Trip gut ist. Wir von mein-Haus-spart.de haben im folgenden Artikel ein paar Tipps für Sie parat, wie Sie Ihr Fahrzeug schnell und problemlos selbst winterfit machen können.

Motorrad winterfest machen – Wartung

Bevor es in den Winterschlaf geht, macht es immer Sinn, erst einmal eine Wartung an Ihrer Maschine vorzunehmen. Um das Motorrad einwintern zu können, sollten Sie beispielsweise die Batterie ausbauen. Eine eingebaute Batterie erzeugt zwar keine Schäden – entleert sich aber mit hoher Sicherheit während der langen Standpause. Wenn Sie die Batterie gut lagern, noch vor Frühlingsbeginn einmal aufladen und anschließend wieder einbauen, wird Ihr Bock im neuen Jahr auch mit Sicherheit wieder gut starten.

Schon gewusst?

Am besten lagert eine solche Batterie in einem zu 100 Prozent frostfreien Raum. Während des Überwinterns sollten Sie sie übrigens im Idealfall an ein Automatikladegerät anschließen. So erfolgt während der kompletten Zeit eine schonende Wartung und letztlich eine komplette Befüllung der Batterie.

Generell ist es mit einem Motorrad wie mit einem Auto. Eine ganze Reihe von Reparaturen und Wartungsarbeiten können Motorradfahrer, die sich ein bisschen mit ihrer Maschine auskennen, problemlos selber erledigen. Zu diesen Wartungsarbeiten gehört beispielsweise ein Ölwechsel, den Sie auf jeden Fall vor dem Winter einmal machen sollten. Das verhindert ein Verklumpen des Öls, wenn die Maschine längere Zeit steht, und sorgt dafür, dass Ihr Motorrad auch zum Frühlingserwachen noch wie geschmiert läuft.

Ein weiterer wichtiger Punkt zu dieser Jahreszeit ist das Entleeren des Vergasers. Das hat einen einfachen Hintergrund. In den Schwimmkammern sammeln sich Benzinreste. Hier verflüchtigt sich mit der Zeit ein Teil – der Teil, der jedoch zurückbleibt, hinterlässt klebrige und schmierige Reste, die das Anlassen des Motorrads deutlich erschweren können.

Die einfachste Lösung ist hier, die Schwimmkammern über die Ablassschrauben zu entleeren. Sauberer wird es, wenn Sie Ihr Motorrad über einen auf „off“ gestellten Benzinhahn „leerlaufen“ lassen und anschließend Kraftstoffsystemreiniger einfüllen. Hiernach den Motor wiederum einen Moment laufen lassen, damit der Reiniger sich gut verteilen kann. Dann kann die Maschine in die wohlverdienten Winterferien entlassen werden.

Aber Achtung!

Mancher verwechselt gern mal das Entleeren des Vergasers mit dem Leeren des Tanks. Tatsächlich sollten Sie Ihr Motorrad möglichst vollgetankt über den Winter stehen lassen. Auch alle anderen relevanten Flüssigkeiten sollten höchstmöglich aufgefüllt sein.

Das verhindert ein Rosten des Tanks und anderer Flüssigkeitsbehälter. Da der Vergaser allerdings aus Aluminium ist, kann er nicht rosten und sollte – um eben besagte Rückstände zu vermeiden – vor dem Einwintern geleert werden.

Diese Wartungsarbeiten sind vergleichsweise einfach selbst durchzuführen. Wichtig ist dafür natürlich das richtige Werkzeug. Einfacher wird die Arbeit auch mit einer Motorradhebebühne für eine einfache Wartung.

Motorrad winterfest machen – Pflege

Zu den wichtigsten Aufgaben in Sachen Pflege vor der Winterpause, gehört die Reinigung des Motorrads. Jetzt ist es an der Zeit, den Staub und Schmutz, der im Laufe von Frühling, Sommer und Herbst an Ihrer Maschine hängen geblieben ist, einmal komplett zu entfernen und sie in ihrem alten Glanz erstrahlen zu lassen.

Anschließend sollten Sie einen Korrosionsschutz auftragen – einfach um sicherzugehen, dass es während der langen Standzeit von meistens mehreren Monaten nicht zu unansehnlichen Rostflecken kommen kann.

Tipp

Sollten Sie bei der umfassenden Reinigung Ihrer Maschine schon die eine oder andere Roststelle entdecken, wird es Zeit noch vor der Winterpause zu handeln. In diesem Fall schleifen Sie die rostigen Stellen ab und bringen Korrosionsschutz auf. Anschließend wird die Stelle noch einmal mit Tupf- oder Sprühlack überlackiert. So verhindern Sie, dass der Rostfleck sich im Winter ausdehnt.

Jetzt ist übrigens auch die Zeit, in der die Gelenke und Hebel Ihrer Maschine einmal ordentlich gefettet werden sollten. Sie fahren eine schon etwas ältere Maschine? Dann gibt es einen guten Trick, um die Zündmechanik geschmeidig zu halten. Geben Sie einfach vor dem Winter in jedes Zündkerzenloch einen Teelöffel Motoröl. So verhindern Sie, dass die Kolbenringe am Zylinder festrosten.

Ganz wichtig ist auch die umfassende Reinigung der Kette und der Ritzel. Die Reinigung der Kette ist denkbar einfach. Sie sprühen einfach den Kettenreiniger auf und lassen diesen erst einmal einen Moment einwirken. Anschließend reinigen Sie die Kette mit einem Pinsel oder einer Bürste. Zu guter Letzt waschen Sie die Kette noch einmal ab oder spritzen sie direkt mit einem Schlauch ab, um Schmutz und Reinigungsmittelrückstände zu beseitigen. Kettenfett kommt dann allerdings erst an die Kette, wenn diese wieder vollständig getrocknet ist.

Motorrad winterfest machen – Unsere Tipps

Wenn Sie Pflege und Wartung erledigt haben, sind die wichtigsten Aufgaben tatsächlich so weit abgehakt. Dennoch gibt es noch ein paar Punkte, die Sie beim Motorrad Einwintern beachten sollten – einfach, weil es Ihrer Maschine die Zeit im Winterschlaf „angenehmer“ macht. So sollten Sie beispielsweise den Reifenluftdruck vor der Standpause erhöhen. Das verhindert den sogenannten Standplatten. 0,5 Bar über der Herstellerangabe sollten dabei allerdings nicht überschritten werden.

Während der Ruhephase ist es immer gut, wenn Sie das Motorrad aufbocken oder anderweitig erhöhen können. Das entlastet die Reifen ungemein und ist ein weiteres gutes Mittel, gegen einen Standplatten und Druckstellen im Reifen. Sollte eine dahin gehende Entlastung in Ihrem Fall gar nicht möglich sein, ist es das Beste die Räder alle paar Tage einmal etwa weiterzudrehen. So verhindern Sie, dass Druckstellen im Reifen entstehen.

Nachdem Sie Ihr Motorrad nun soweit winterfest gemacht haben, wird es Zeit, Ihre Maschine gut einzupacken. In einem warmen Innenraum sollten Sie eine luftdurchlässige Indoor-Abdeckung verwenden. Wenn Ihr Motorrad gar im Freien überwintern muss, sollten Sie unbedingt eine hochwertige Abdeckhaube zur Verfügung haben. Diese sollte atmungsaktiv sein und über ausreichend große Belüftungsschächte verfügen.

Fazit

4,5 Millionen Motorräder waren am 1. Januar 2020 laut dem Kraftfahrt-Bundesamt angemeldet – Tendenz weiter steigend. Damit es auch für Ihr Bike mit dem Erwachen des Frühlings wieder auf die Straße gehen kann, ist es einfach nur wichtig, es hinreichend zu pflegen und eben für den Winter perfekt vorzubereiten.

Foto: kane251 via Twenty20

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