Der Bau eines Einfamilienhauses oder eine Sanierung sind teure Vorhaben, die das gesamte Leben bestimmen. Manche Planungsfehler lassen sich im Nachhinein nur mit hohen Kosten oder gar nicht mehr beheben. Dies trifft auch auf die Lichtplanung zu. Durchdenken Sie diese zu wenig, leben Sie über Jahre hinweg in Räumen mit unpassendem Licht, das Ihnen das Leben in Ihren vier Wänden erschwert. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen anhand von zehn Tipps, wie Sie sinnvolle Lichtzonen im Haus planen.
Lichtzonen im Haus planen – 10 Tipps
Haben Sie schon einmal ein Haus betreten, das einen schönen Grundriss hatte, und auch die Möbel waren geschmackvoll und repräsentativ, aber dennoch fehlte etwas? Eigentlich sprach nichts dagegen, dass sich Bewohner und Gäste wohlfühlen. Und doch könnten die Möbel mit dem richtigen Licht besser wirken und auch die Arbeitsflächen in der Küche bräuchten eine bessere Ausleuchtung. Zudem ist es vorstellbar, dass Flur und Bad in den Abendstunden zum Sicherheitsrisiko werden, weil sie zu dunkel sind. Fazit: Bei der Planung des Hauses wurden die Lichtzonen im Haus nicht sorgfältig genug durchdacht. Mit einigen Tipps gelingt es Ihnen, die Lichtzonen in Ihrem Haus sinnvoll zu planen.
Warum Lichtzonen für ein harmonisches Wohnkonzept wichtig sind
Lichtzonen teilen einen Raum in mehrere Lichtbereiche ein. Das bedeutet, dass neben der Deckenbeleuchtung noch weitere gezielt eingesetzte Lichtbereiche mit eigenen Beleuchtungslösungen existieren. Dadurch geben Sie dem Raum und den einzelnen Bereichen wie der Essecke, der Leseecke oder dem Kochbereich mehr Atmosphäre.
Wählen Sie die Lichtlösung so, dass sie der Aufgabe, der Stimmung, der Tageszeit und der Aufgabe angepasst ist. Eine Lichtzonierung ist flexibel und schafft mehr Wohnqualität, denn sie unterstützt Sie bei Ihren Aktivitäten wie dem Kochen, bei Büro- oder Schularbeiten oder beim Entspannen. Teilen Sie die Räume Ihres Hauses in Lichtzonen auf, erhalten Sie Sicherheit dort, wo Sie diese benötigen. Zudem sparen Sie Energie, denn das Licht brennt nur dort, wo Sie sich aufhalten. Damit sich ein harmonisches Gesamtbild ergibt, brauchen Sie drei Beleuchtungsarten: die Grundbeleuchtung, das Arbeits- und Funktionslicht (Zonenlicht) und die Akzentbeleuchtung.
Grundbeleuchtung als Basis jeder Lichtplanung
Die Basis einer jeden Lichtplanung ist die Grundbeleuchtung. Mit ihrer gleichmäßigen Grundhelligkeit ermöglicht sie es Ihnen, den Raum sicher zu nutzen und sich zu orientieren. Für die Grundbeleuchtung sind Deckenleuchten und Einbaustrahler gängige Lichtlösungen. Begnügen Sie sich mit der Grundbeleuchtung, leben Sie in ausdruckslosen Räumen ohne Tiefe. Ergänzen Sie die Basisbeleuchtung durch Funktionslichter und durch Akzentbeleuchtungen.
Akzentbeleuchtung gezielt einsetzen
Mit einer Akzentbeleuchtung erwecken Sie einen Raum zum Leben. Agieren Sie dabei wie ein Künstler, schaffen Sie eine angenehme und erlebnisreiche Atmosphäre, indem Sie mit unterschiedlichen Beleuchtungsstärken spielen.
Stellen Sie ein Möbelstück, einen Dekorationsgegenstand oder ein Bild ins Rampenlicht und lassen Sie gekonnt Schatten und Licht zusammenspielen. Dadurch verwandeln Sie die einzelnen Bereiche des Raumes in emotionale Erlebniswelten und Sie bieten jedem Stück der Einrichtung, das es verdient, seine eigene Bühne.
Beachten Sie, dass das Licht intensiver sein muss als die Beleuchtung der Umgebung. Eine besondere Wirkung erzielen Sie, wenn Sie engstrahlende Lichtquellen nutzen, die von oben leicht versetzt zum hervorzuhebenden Objekt strahlen. Zudem können Sie für eine plastische Optik Lichtquellen von verschiedenen Seiten einsetzen. Mit farbigen LEDs erzeugen Sie Farbakzente.
Funktionslicht für Küche, Bad und Arbeitsplatz planen
Das Funktionslicht unterstützt Sie dabei, Ihre Aufgaben sicher und komfortabel auszuführen. Wichtig ist es, vor der Planung den Bedarf zu analysieren. Dabei spielen die Lichtfarbe, die Blendfreiheit und die präzise Ausrichtung der Leuchten eine Rolle.
In der Küche brauchen Sie helles, blendfreies Licht über den Arbeitsflächen und über dem Herd. Dazu eignen sich Unterbauleuchten, die die Flächen direkt beleuchten und keinen Schatten werfen. Die Beleuchtung für den Herd befindet sich meist in der Dunstabzugshaube.
Zu den Funktionslichtern im Bad gehören all jene Lichtquellen, die Sie für bestimmte Aktionen nutzen und die sich nur auf einen kleinen Teil des Bades auswirken. Das am häufigsten genutzte Funktionslicht befindet sich am Spiegel oder ist im Spiegelschrank integriert. Funktionslichter sind immer zweckgebunden. Spiegelleuchten sollen das Gesicht optimal ausleuchten und eine Schattenbildung durch die richtige Positionierung weitgehend ausschließen.
Wie die Arbeitsplatzbeleuchtung auszusehen hat, regeln in Deutschland die DIN EN 12464-1 und die ASR A3.4. Die europäische Norm für die Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen legt die in Lux gemessene Beleuchtungsstärke pro Raumtyp sowie die Farbwiedergabe (CRI/Ra), die Gleichmäßigkeit (U0) sowie die UGR-Grenzwerte (Blendung) fest.
Dagegen befasst sich die Deutsche Arbeitsstättenregel, welche die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) näher erläutert, mit den Mindest-Lux-Werten für Arbeitsstätten, den Wartungspflichten, der Notbeleuchtung und dem Tageslichtanteil. Sie benötigen etwa in einem Büro zum Schreiben, Lesen und für die EDV mindestens 500 Lux. Der UGR-Wert muss kleiner oder gleich 19 sein. Damit es nicht zu starken Hell-Dunkel-Kontrasten kommt, sollte das Verhältnis von Minimum zu Mittelwert der Beleuchtungsstärke (U0) kleiner oder gleich 0,6 betragen. Diese Werte treffen auch zu, wenn Sie sich in einem Homeoffice befinden.
Die Arbeitsplatzbeleuchtung planen Sie in fünf Schritten. Zunächst ermitteln Sie die Anforderungen. Diese richten sich danach, welche Tätigkeiten Sie ausführen. Anhand dieser Informationen suchen Sie sich in der Norm die passenden Lux-Werte, den CRI und die UGR-Grenzwerte aus der Norm ab.
Danach erfassen Sie die Raumgeometrie. Sie ermitteln die Fläche und die Höhe des Raumes sowie deren Reflexionsgrade. Letztere betragen beim Boden zwanzig, bei den Wänden fünfzig und bei der Decke siebzig Prozent. Anschließend wählen Sie die Leuchten aus. Infrage kommen LED-Panels, Einbaustrahler, Pendelleuchten sowie Schreibtischleuchten.
Um das Ergebnis zu überprüfen, führen Sie eine Berechnung durch. Zu berücksichtigen sind der Lichtstrom, die Anzahl der Leuchten sowie deren Anordnung. Für die Berechnungen gibt es verschiedene Softwarelösungen. Nach der Installation messen Sie die Beleuchtungsstärke und dokumentieren diese.
Die richtige Lichtfarbe für jeden Wohnbereich wählen
Die Lichtfarbe beeinflusst, wie hell der Raum wirkt und wie Sie ihn wahrnehmen. Sie schafft entweder eine entspannte oder eine produktive oder gar eine aktivierende Atmosphäre.
Wählen Sie eine falsche Lichtfarbe, wirkt etwa ein gemütliches Wohnzimmer wie ein Konferenzraum. Wichtig ist sie auch in der Küche. Denn wenn Sie für die Funktionsbeleuchtung ein warmweißes Licht wählen, erschweren Sie sich die Arbeit, weil Sie Details auf der Arbeitsfläche nicht erkennen können. Weitere Beispiele: Grelles und kühles Licht in einer Ruhezone löst Stress und Unruhe aus. Warmes Licht im Arbeitszimmer lässt Sie ermüden.
Warmweißes Licht mit 2.200 bis 3.000 Kelvin wirkt aufgrund seines hohen Rotanteils behaglich. Dieses eignet sich für das Wohn-, Schlaf- und Esszimmer sowie für Wellnessbereiche. Neutralweißes Licht mit 3.500 bis 4.000 Kelvin verfälscht die Farben nicht und steigert die Aufmerksamkeit. Passende Einsatzorte sind das Bad (nur Allgemeinbeleuchtung), das Homeoffice sowie die Küche und der Flur.
Tageslichtweiß mit 5.000 bis 6.500 Kelvin ähnelt dem Tageslicht. Dieses nutzen Sie, wenn Sie eine exakte Sicht benötigen und Ihre Leistungsfähigkeit steigern möchten. Geeignete Einsatzorte sind Schminkbereiche im Bade- oder Schlafzimmer, in der Werkstatt, der Garage und überall dort, wo Sie basteln.
Farbige Beleuchtung setzt Akzente im Wohn- und Kinderzimmer, auf der Terrasse und in Partykellern. Flexibel sind Sie mit „Tunable White“-Leuchten. Deren Lichtfarbe können Sie der Tageszeit oder Ihrer Stimmung anpassen.
Lichtzonen im Wohnzimmer optimal kombinieren
Teilen Sie das Wohnzimmer in Lichtzonen ein, nutzen Sie für jeden Bereich eine separate Lichtquelle. Dies umfasst die Sitzecke, die Leseecke, die Essecke sowie die Durchgangsbereiche. Leuchten Sie die Bereiche optimal aus.
Dazu eignen sich in der Sitz- und Leseecke moderne, dimmbare Stehleuchten oder Wandleuchten. Lesen Sie gerne, können Sie auf Leseleuchten zurückgreifen. Diese lassen sich so ausrichten, dass das Licht exakt dorthin leuchtet, wo Sie es benötigen. Tischleuchten auf Sideboards oder anderen Ablagen wirken dekorativ und lassen das Wohnzimmer harmonisch erscheinen.
Über den Tischen in der Ess- und Couchecke hängen Pendelleuchten. Sie wirken dekorativ und leuchten gezielt die Flächen aus. Möchten Sie große Flächen ausleuchten, sind mehrere kleine Lampen, die zu einem Cluster zusammengefasst sind, die richtige Wahl. Diese im Material und in der Form vielseitigen Clusterlampen eignen sich besonders für kleine Räume und können in verschiedenen Höhen angebracht werden.
Für den TV-Bereich brauchen Sie eine augenschonende Beleuchtung. Diese erhalten Sie, indem Sie LED-Stripes hinter dem Fernseher anbringen. Anderenfalls können Sie kleine Spots gezielt positionieren. Um eine entspannte Atmosphäre zu schaffen, eignen sich dimmbares oder warmweißes Licht mit 2.700 bis 3.300 Kelvin oder Sie greifen auf RGB-LEDs zurück.
Smarte Beleuchtungssysteme sinnvoll integrieren
Sind Sie technikbegeistert und lieben den Komfort, bietet es sich an, smarte Beleuchtungssysteme in Ihrer Wohnung zu integrieren. Vom Sofa aus steuern Sie das Licht bequem über einen Sprachassistenten oder über eine App. Sie lassen das Zimmer hell erstrahlen oder dimmen es für entspannte Stunden. Am Morgen weckt Sie ein langsam heller werdendes, kaltes Licht, das den Sonnenaufgang simuliert.
Ein weiterer Vorteil smarter Lichtlösungen ist die Energieersparnis, denn das Licht leuchtet nur dann, wenn Sie es benötigen. Ersetzen Sie Ihre alte Beleuchtung durch eine smarte LED-Beleuchtung, sparen Sie als vierköpfige Familie jährlich zwei- bis vierhundert Euro an Stromkosten.
Sie können das Licht so steuern, dass es zu verschiedenen Zeiten in den Zimmern brennt. Dadurch simulieren Sie Anwesenheit und schrecken potenzielle Einbrecher ab.
Häufige Fehler bei der Lichtplanung vermeiden
Bei der Lichtplanung schleichen sich schnell Fehler ein. Häufig kommt es vor, dass die Bewohner in den Räumen jeweils nur eine Deckenlampe wählen und auf Akzent- und Arbeitsbeleuchtung verzichten. Dadurch ergibt sich, dass für die Grundbeleuchtung eine zu hohe Lichtstärke ausgewählt wird. Die Folge sind unnatürliches und blendendes Licht.
Sparen Sie dagegen an Lichtquellen, ist der Raum zu dunkel, um sich darin wohlzufühlen. Unwohlsein breitet sich ebenfalls aus, wenn Sie die Lichtfarben falsch wählen. Der Raum wirkt dadurch kühl und ungemütlich. Wenig vorausschauend ist es, wenn Sie auf Dimmer verzichten, denn durch diese können Sie das Licht den Situationen entsprechend anpassen.
Energieeffiziente Beleuchtung im ganzen Haus nutzen
Beleuchten Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung energieeffizient, setzen Sie das Licht so ein, dass es dort eine angenehme Atmosphäre schafft, funktionabel ist und dauerhaft Strom einspart. Dazu empfiehlt es sich, konsequent alle Glüh- und Halogenlampen durch LED Lampen zu ersetzen. Dadurch sparen Sie bis zu achtzig Prozent an Energie ein. Bewegungsmelder und smarte Systeme verhindern, dass das Licht unnötig lange oder unnötig intensiv leuchtet.
Tipps für eine flexible und moderne Lichtgestaltung
Für eine flexible und moderne Lichtgestaltung berücksichtigen Sie zunächst die Funktion und den Zweck des Raumes. Fürs Wohnzimmer brauchen Sie mehrere Lichtquellen für verschiedene Situationen. Kombinieren Sie harmonisch die Grundbeleuchtung mit warmem Zonenlicht und verschiedenen Akzentleuchten. Die Küche braucht dagegen eine helle und klare Beleuchtung mit neutralweißem Licht. Für die Essecke nutzen Sie warmes Licht. Fürs Schlafzimmer eignet sich warmes, gedämpftes Licht, in dem Sie sich geborgen fühlen. Zudem können Sie vereinzelt eine weiche und stimmungsvolle Akzentbeleuchtung einsetzen. Im Bad brauchen Sie wieder eine Kombination aus Grundbeleuchtung, Akzentbeleuchtung und Funktionsbeleuchtung.
Können Sie sich bei der Lichtplanung noch nicht entscheiden, wo genau Ihre Tische stehen, ist ein modernes LED Schienensystem eine geeignete Lösung. In diese klicken Sie die einzelnen Leuchten nach Bedarf ein und verschieben sie nach Belieben. Auch ein Austausch ist unkompliziert möglich.
Komfortabel und energieeffizient sind in allen Wohnbereichen smarte Lichtlösungen. Sie können mit ihnen verschiedene Szenen wie einen Filmabend oder eine Situation zum Wachwerden programmieren. Diese Szenen rufen Sie anschließend mit einem Klick ab.

