Was ist CBD? Infos & Wirkung im Überblick

CBD Öle werden auch in der Medizin eingesetzt. Foto LittleIvan via Twenty20

Viele Menschen denken beim Stichwort CBD immer noch an etwas Illegales, schließlich handelt es sich hierbei ja um einen Bestandteil der Hanfpflanze. Doch mit Haschisch und Co. hat die Substanz – abgesehen von ihrer Herkunft – so gar nichts zu tun.

Sie schafft keine Rauschzustände und kann auch nicht abhängig machen. Doch wofür wird CBD dann genutzt? Dies und vieles mehr über CBD erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Was ist CBD?

CBD steht als Kürzel für Cannabidiol,  – ein Phytocannabinoid, das 1940 entdeckt wurde. Es ist neben Tetrahydrocannabinol (THC) eines von 113 identifizierten sogenannten Cannabinoiden in Cannabispflanzen und macht bis zu 40 % des Pflanzenextrakts aus.

Cannabidiol kann auf verschiedene Weise innerlich eingenommen werden – u. a. durch Inhalation von Cannabisrauch oder Cannabisdampf, durch den Mund und als Aerosolspray. Es kann als CBD-Öl, als CBD-dominantes Hanfextraktöl, als Kapseln, getrocknetes Cannabis oder als verschreibungspflichtige flüssige Lösung angeboten werden. CBD hat nicht die gleiche Psychoaktivität wie THC und kann die Wirkungen von THC auf den Körper verändern, wenn beide Substanzen eingenommen werden.

In den Vereinigten Staaten wurde das CBD-Präparat Epidiolex 2018 von der Gesundheitsbehörde „Food and Drug Administration“ für die Behandlung von zwei Epilepsie-Erkrankungen zugelassen.

Wirkung von CBD im Körper

Cannabidiol scheint keine berauschenden Wirkungen zu haben, wie sie von THC in Cannabis verursacht werden. Seit Jahren wird die Substanz jedoch auf seine mögliche angstlösende und antipsychotische Wirkung hin untersucht. Im Zuge der Entwicklung der Rechtslage und des Verständnisses für die Unterschiede zwischen medizinischen Cannabinoiden arbeiten Experten daran, „medizinisches Cannabis“ von „medizinischen CBD-Therapien“ stärker abzugrenzen, die in der Regel ein geringeres oder kein psychoaktives Nebenwirkungsprofil aufweisen.

Verschiedene Sorten von „medizinischem Cannabis“ weisen erhebliche Unterschiede im Verhältnis von CBD zu THC auf und enthalten bekanntermaßen auch andere nicht psychotrope Cannabinoide.

Nebeneffekte

Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Cannabidiol die unerwünschten Wirkungen von THC verringern kann – insbesondere die, die zu Rausch und Sedierung führen, allerdings nur bei hohen Dosen. Sicherheitsstudien mit CBD haben gezeigt, dass es gut verträglich ist, aber Müdigkeit, Durchfall oder Appetitveränderungen als häufige unerwünschte Wirkungen verursachen kann.

Die Anwendung von CBD

Viele Menschen nutzen CBD in der Hoffnung, die Vorteile von Bestandteilen der Cannabispflanze nutzen zu können, ohne dabei den berauschenden Effekt in Kauf nehmen zu müssen. Obwohl jeder menschliche Körper einheitlich über flächendeckend vorhandene Cannabinoidrezeptoren verfügt, kann die Wirkung von CBD bei jedem Menschen ganz unterschiedlich ausfallen. Hierbei ist außerdem zwischen CB1- und CB2-Rezeptoren zu unterscheiden.

CB1-Rezeptoren sitzen hauptsächlich im Gehirn sowie im Nervensystem, während CB2-Rezeptoren in großer Zahl in den Zellen des menschlichen Immunsystems zu finden sind. Generell kann CBD den Körper dabei unterstützen, wichtige Steuerungssysteme zu regulieren, und hilft damit auch der Aufrechterhaltung der Homöostase.

Werden die Cannabinoidrezeptoren durch die Zuführung von CBD aktiviert, kann dies verschiedene Prozesse und Systeme im Körper (positiv) beeinflussen, zum Beispiel das Immunsystem, die Schmerzwahrnehmung, die Stimmung, den Appetit, die Körpertemperatur sowie neurologische und kognitive Prozesse. Und auch der Schlaf-Wach-Rhythmus und die Fruchtbarkeit können beeinflusst werden.

Beispiel Epilepsie

In der Europäischen Union ist Cannabidiol (Epidyolex) in Verbindung mit Clobazam für die ergänzende Behandlung von Anfällen im Zusammenhang mit dem Lennox-Gastaut-Syndrom (LGS) oder dem Dravet-Syndrom (DS) bei Personen ab zwei Jahren indiziert. Im Jahr 2020 wurde die Zulassung von Epidiolex in den USA auf Anfälle im Zusammenhang mit tuberöser Sklerose erweitert. Epidiolex/Epidyolex ist die erste verschreibungspflichtige Formulierung von Cannabidiol pflanzlichen Ursprungs, die von den Aufsichtsbehörden in den USA und Europa zugelassen wurde.

Andere Verwendungen

Die Forschung zu anderen Verwendungszwecken von CBD umfasst diverse neurologische Erkrankungen, die Ergebnisse wurden jedoch noch nicht bestätigt, um solche Verwendungszwecke in der klinischen Praxis zu etablieren. Es wurden in der Vergangenheit viele Behauptungen über den therapeutischen Nutzen von CBD aufgestellt, die (noch) nicht durch stichhaltige Beweise untermauert sind. Einige Behauptungen, wie etwa die Behandlungsmöglichkeiten von Krebs, fallen laut Experten in den Bereich der Pseudowissenschaft und bergen damit viele Gefahren.

Was macht ein gutes CBD Öl aus?

Bio-Qualität beim Anbau der Hanfpflanze

Eine gesunde und unbelastete Pflanze ist ausschlaggebend für die Qualität des CBD. Deshalb ist es wichtig, beim Kauf von CBD-Öl genau darauf zu achten, ob es sich um Hanf aus konventionellem Anbau oder um Hanf aus biologischem Anbau handelt. Der Unterschied liegt in der Bewirtschaftung der Felder´.

Handverlesung bei der Ernte

Wie wird der Hanf für CBD geerntet? Mit der Maschine oder von Hand? Die Ernte von Hand gewährleistet eine gute Auswahl der Pflanzenteile und damit auch eine hohe Reinheit des Produkts. Denn bevor die Blätter der Cannabispflanze zu einem Extrakt verarbeitet werden, werden Verunreinigungen im Voraus entfernt.

Art der Extraktionsmethode

Die Hanfblätter werden nach der Ernte getrocknet und schonend zu einem Extrakt verarbeitet. Die Extraktionsmethode ist dabei wichtig. Denn sie bestimmt – ähnlich wie die Handlese – die Reinheit des Produkts.

Inhaltsstoffe im Öl

Man kann zwischen diesen Arten von CBD-Ölen unterscheiden: Full Spectrum, Broad Spectrum und Öle, die aus Isolat hergestellt werden. Worin besteht der Unterschied? Ein Öl, das als Vollspektrum bezeichnet wird, enthält alle wichtigen Cannabinoide und Inhaltsstoffe der Hanfpflanze (Terpene, Flavonoide), einschließlich einer kleinen Menge THC (weniger als 0,2 %). Es ist der vollständige Extrakt aus den Hanfblättern.

Breitspektrumöle werden ebenfalls aus dem vollständigen Extrakt der Pflanze hergestellt. Der einzige Unterschied besteht darin, dass Öle oder Tropfen dieser Kategorie fast kein THC enthalten. Das THC wird so weit herausgefiltert, dass es im Labor nicht mehr nachweisbar ist.

Fazit

Noch steckt die Forschung im Bereich CBD bei uns in den Kinderschuhen. Die Aussichten sind jedoch sehr vielversprechend. Die Substanz aus der Hanfpflanze könnte in den nächsten Jahren zu einem wichtigen medizinischen Helfer auf natürlicher Basis werden.

Foto: LittleIvan via Twenty20

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