Immobilienmakler werden – Voraussetzung & Ablauf

Werden die Voraussetzungen für eine Tätigkeit als Immobilienmakler erfüllt, kann gutes Geld verdienen. Foto Thitiphat1985 via Envato

Er ist vielen Menschen von klein auf gegeben: Der Traum, einmal einen Job zu haben, in dem er gutes Geld verdienen kann. Wie wäre es, sich als Immobilienmakler selbstständig zu machen?

Kleine Kinder träumen oft von solchen Jobs, in denen sie eine Menge Spaß haben und das Leben genießen können. Der Traum vom Fußballprofi ist eine der Spielarten dieser Grundidee. Der Traum, Immobilienmakler zu werden, für manchen auch.

Doch wer einen Blick hinter die Kulissen wagt, wird schnell feststellen, dass der Job als Immobilienmakler ebenso mit Arbeit und Anstrengung verbunden ist wie jede andere berufliche Tätigkeit auch. Dazu kommt, dass noch lange nicht jeder Immobilienmakler selbstständig ist und die Provision seiner verkauften Häuser als persönliches Einkommen werten kann. Wir haben hier einmal genauer hingeschaut und die Fragen gestellt:

  • Was genau macht ein Immobilienmakler eigentlich?
  • Wie kann man Immobilienmakler werden?
  • Wird man als Immobilienmakler quasi automatisch wohlhabend?

Natürlich dürfen auch ein paar Tipps rund um das Thema Selbstständigkeit als Immobilienmakler nicht fehlen. Tatsächlich ist der Job des Immobilienmaklers spannend und abwechslungsreich. Dennoch sollten Sie auch hier die Vor- und Nachteile abwägen, bevor Sie sich Hals über Kopf in das Abenteuer einer neuen Tätigkeit stürzen.

Was ist ein Immobilienmakler

Ein Immobilienmakler tritt als Vermittler auf. Er betreut Immobilien, die verkauft oder vermietet werden sollen, und übernimmt für den Eigentümer der Immobilie die Suche nach entsprechenden Kunden oder Geschäftspartnern. Dabei ist der Immobilienmakler das Bindeglied zwischen dem Verkäufer oder dem Vermieter und dem Käufer oder Mieter.

Aufgaben eines Immobilienmaklers

Das beinhaltet natürlich eine Vielzahl verschiedener Aufgabenstellungen. Gehen wir einmal davon aus, dass jemand seine Immobilie verkaufen möchte und Sie als Immobilienmakler beauftragt. Ihre Aufgaben in diesem Fall würden folgendermaßen aussehen.

Als Erstes treffen Sie Ihren neuen Kunden und besichtigen gemeinsam die Immobilie, um die es geht. Hier wird eine Ermittlung des Verkaufswertes vorgenommen. Dafür benötigen Sie eine entsprechende Software, die Sie mit den wichtigsten Daten rund um die Immobilie füttern. Am Ende wirft diese Ihnen einen Immobilienwert aus.

Wichtig ist hier natürlich, dass Sie sich mit dem Immobilienmarkt vor Ort auskennen. Nur dann können Sie abschätzen, ob Sie den Wert, der Ihnen vom Algorithmus vorgegeben wird, eins zu eins übernehmen können oder ob Sie den für Ihren Kunden empfohlenen Verkaufspreis etwas darüber oder doch eher etwas darunter ansetzen sollten.

Als Nächstes ist es Ihre Aufgabe, die Vermarktung auf den Weg zu bringen. Sie müssen ein Exposé erstellen, Fotos anfertigen, vielleicht ein Produktvideo zu dem Haus drehen. Besichtigungen wollen organisiert und vorbereitet sein. Darüber hinaus gilt es, die Besitzer der Immobilie auf die Besichtigungen vorzubereiten, die Immobilie entsprechend herzurichten und im besten Licht dastehen zu lassen.

Neben regelmäßigen Rückmeldungen für Ihren Auftraggeber werden, wenn es ernst wird mit einem potenziellen Abnehmer, Vertragsverhandlungen und das Aufsetzen des Kaufvertrages zum Ende der Zusammenarbeit hin die wichtigsten Aufgaben für Sie als Makler. Zu guter Letzt begleiten Sie Ihren Mandanten zum Notar und helfen ihm bei der Übergabe der Immobilie.

Voraussetzungen

Für die Arbeit als Immobilienmakler gibt es keine Ausbildung und keine Prüfung oder Zertifizierung. Sie brauchen auch kein Studium, um als Makler arbeiten zu können. Sie brauchen lediglich einen Gewerbeschein und eine Lizenz nach § 34c der Gewerbeordnung. Diese amtliche Lizenz gibt es in verschiedenen Ausführungen. Welche Lizenz Sie benötigen, ist abhängig von der Art der Immobilien, die Sie vermarkten möchten. Zur Auswahl stehen hier:

  • Grundstücke oder Immobilien
  • Gewerbliche und Wohnräume
  • Grundstücksgleiche Rechte

Die Lizenz kann in verschiedenen Umfängen erteilt werden. Je nachdem, wie umfangreich die Lizenz ausfallen soll, sind die Kosten für diese höher oder niedriger. Die Kosten für eine solche Lizenz liegen zwischen 300 und 2.000 Euro.

Neben der Lizenz gibt es noch einige weitere Voraussetzungen. So dürfen Sie beispielsweise nicht wegen Betruges oder Veruntreuung verurteilt worden sein. Außerdem darf von Ihnen innerhalb der letzten fünf Jahre kein Insolvenzverfahren eingeleitet worden sein.

Tipp

Auch wenn es dazu keine Vorgaben gibt, empfiehlt es sich für eine Tätigkeit als Immobilienmakler zuvor eine kaufmännische Ausbildung absolviert zu haben. Im Idealfall mit einem Schwerpunkt im Immobilienbereich. Der Lehrberuf des Immobilienkaufmanns / der Immobilienkauffrau ist hier eine sehr gute Vorbereitung. Aufbauend auf diesen können Sie anschließend auch den Abschluss als Immobilienfachwirt erwerben.

Einkommen als Immobilienmakler

Als Immobilienmakler gibt es zwei Möglichkeiten. Sie können fest angestellt in einem Maklerbüro, bei einer Bank oder Sparkasse arbeiten, oder Sie haben Ihr eigenes Maklerbüro. Ein klassisches Gehalt erzielen Sie natürlich nur, wenn Sie als Makler irgendwo angestellt sind. Hier liegt das Einstiegsgehalt meist bei rund 36.000 Euro plus Provisionen für abgeschlossene Verträge.

Je nach eigenem Erfolg, Status in Ihrem Unternehmen und der Region, in der Sie leben, kann das Gehalt im Laufe eines Berufslebens auf bis zu 100.000 Euro und darüber ansteigen. Außerdem können Sie, wenn Sie als Makler erfolgreich sind, eine ganze Menge zusätzlich über Provisionen verdienen.

Sich als Immobilienmakler selbstständig machen – Tipps

Es gibt zahlreiche Immobilienmakler in Deutschland. Rund 70.000 Makler sind aktuell hierzulande tätig. Diese arbeiten in schätzungsweise 15.000 – 20.000 Maklerbüros – hier sind die offiziellen Zahlen nicht ganz schlüssig. Klar ist aber, dass Sie als selbstständiger Makler eine Menge Konkurrenz haben werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, von vornherein ein paar einfache Grundregeln zu befolgen.

1)   Sei im Internet präsent

Es ist das Medium der Gegenwart und ganz sicher das Medium der Zukunft – das Internet. Wer einen Immobilienmakler sucht, der befragt eine Suchmaschine und lässt sich die Makler in seiner Umgebung anzeigen. Damit Sie hier so weit oben wie möglich in der Trefferliste auftauchen, sollten Sie mit einer SEO-Agentur für Immobilien zusammenarbeiten. Das ist einer der wichtigsten Schritte in Sachen Marketing.

2)   Sorgen Sie für ein Netzwerk von Experten

Wenn Sie ein Exposé machen, lassen Sie sich vorher von einem Fotographen erklären, wie Sie professionelle Fotos machen. Oder nehmen Sie direkt einen Fotographen mit ins Boot. Wenn Sie die Immobilie Ihres Kunden anbieten und Sie stellen fest, dass potenzielle Kunden noch keine klare Vorstellung von der anstehenden Finanzierung haben, ist es gut, wenn Sie einen Finanzierungsberater an der Hand haben.

Muss die Mietimmobilie vor der Vermietung noch renoviert werden? Ein Unternehmen mit entsprechender Dienstleistung im Angebot sollte ebenfalls zu Ihrem Netzwerk gehören. Ebenso wie ein Entrümpelungsteam und ein Umzugsunternehmen. Auch diverse Handwerksunternehmen, wenn an einer von Ihnen vermittelten Immobilie Arbeiten zu erledigen sind, machen sich immer gut in Ihrem Netzwerk. Vor allem dann, wenn Sie schon bei der Verkaufsberatung erklären können, welche Kosten für die einzelnen Arbeiten auf die Käufer zukommen.

3)   Übernehmen Sie Objekte vor allem dann, wenn Sie davon überzeugt sind

Gerade zu Beginn Ihrer Tätigkeit als selbstständiger Immobilienmakler wird es eine Weile dauern, ehe Sie richtige Einkünfte erzielen. Denn als erstes müssen Sie einen Kundenstamm aufbauen und die ersten Objekte verkaufen oder vermieten. Erfolgreiche Abschlüsse ziehen oftmals neue Kunden an.

Damit Sie aber recht schnell erste Erfolge erzielen, sollten Sie gerade in der Anfangsphase nur Objekte annehmen, von denen Sie auch überzeugt sind. Potenzielle Käufer spüren, wenn Sie als Makler das Haus selbst nicht kaufen würden. Und mehrere Objekte, die über mehrere Monate in Ihren Angebotslisten schlummern, sind für Ihren Ruf als Immobilienmakler nicht unbedingt förderlich.

4)   Vereinbaren Sie mit Ihren Mandanten eine exklusive Beauftragung

Theoretisch kann ein Verkäufer oder Vermieter mehrere Makler gleichzeitig mit der Vermarktung seiner Immobilie beauftragen. Das bringt für Sie nur den Nachteil, dass Sie die Kosten für die Vermarktung der Immobilie haben, im schlimmsten Fall aber nur einen minimalen Anteil oder sogar gar nichts von der Provision einstreichen. Aus diesem Grund ist Exklusivität vertraglich zugesichert ein wichtiges Gut.

Fazit

Wenn Sie Immobilienmakler werden möchten, haben Sie gute Verdienstchancen und müssen dafür noch nicht einmal eine konkrete Ausbildung vorweisen können. Eine solche im kaufmännischen Bereich mit dem Schwerpunkt im Immobilienbereich wäre allerdings wünschenswert und hilfreich. Wichtig ist dabei vor allen Dingen, das Sie bereit sind, sich in die Materie hineinzuarbeiten und das Sie gut mit Ihren Kunden zusammenarbeiten.

Foto: Thitiphat1985 via Envato

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